Namensfiasko

Wenn sauer nicht lustig macht

Da stand er: Er hielt in Cape Town vor mir an der Ampel und
trug stolz seinen Namen am Heck. Ein Daihatsu Cuore Lemon.
War es Selbstironie oder der Glaube an die Self-fulfilling-prophecy,
was die Automacher dazu bewogen hat, diesen unschuldig daher-
kommenden Kleinwagen auf den Namen „Niete“ zu taufen?

 

Als “Lemon” bezeichnet man im englischsprachigen Raum eine
Montagskarre – ein Wagen, der das Werk mit diversen Wehweh-
chen verläßt und dem Neuwagen-Besitzer immer wieder aufs
Neue Ärger macht.

 

Namens-Pannen: die Liste ist lang und wächst täglich

Solche und ähnliche Namens-Pannen gibt es immer wieder. Der
bekannteste Ausrutscher dürfte wohl der Mitsubishi Pajero sein.
Diesen wollte im spanisch-sprachigen Raum kaum jemand fahren
– glaubt man doch dort, im „Pajero“ sitze ein Weichei. Umgangs-
sprachlich ist „pajero“ auch ein Schimpfwort und bedeutet Wich...
In den spanischsprachigen Ländern Europas und Südamerikas
sowie den USA heißt er "Montero". Auch in Finnland gibt das Auto
unfreiwillig interessante Auskunft über seinen Fahrer. Hier bedeu-
tet das Wort „Uuno“ Trottel ... Banditen, Feiglinge und Betrunkene
fahren in Südamerika einen Ford Pinto – könnte man meinen.
Diese drei Bedeutungen hat „Pinto“ dort nämlich. In Deutschland
blieb der Ford Probe eher ein Ladenhüter.  Die Deutschen
waren skeptisch, ob der Ford für mehr als eine Probe-Fahrt geeignet
ist. Der Fiat Regatta verursachte in Schweden eher ein verständnis-
loses Kopfschütteln, "Regata" heißt auf Schwedisch "streitsüchtige
Frau". Und wer fährt schon gerne mit einem Auto durch die Gegend,
das den gleichen Namen trägt wie ein dreilagiges Toilettenpapier - 
Vaneo nämlich?


Die Liste ist lang, die Top 10 der schlechtesten Namen werden in Fo-
ren mit viel Schadenfreude präsentiert und erweitert.

 

A bad name will kill

A bad wound may heal, a bad name will kill, lautet ein schottisches
Sprichwort. So belustigend es auch sein mag, ist es doch erschreckend,
wie wenig Unternehmen und beauftragte Marketingleute vor der
Namensgebung für international zu vertreibende Produkte und Marken
recherchieren. Zu wenig Zeit und Sorgfalt wird auf die Überprüfung un-
schöner Bedeutungen und Assoziationen neuer Markennamen in den unterschiedlichen Sprachregionen gelegt.
Wer Fettnäpfchen und ruinöse Schnitzer vermeiden möchte, läßt die
neuen Namen besser vor internationaler Markteinführung von einer Namensagentur oder darauf spezialisierten Marktforschungsagentur in linguistischen Tests gegen negative kulturelle, politische und religiöse
Bedeutungen und Assoziationen, sowie falsche oder schwierige Ausspra-
che und Schreibweise prüfen.